Landesverband der Gartenfreunde
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Ziergarten

                            
Juni 2010

Taglilien – Blüten wie Edelsteine
Wie ihr Name es schon andeutet, halten die Blüten in der Regel nur einen Tag; aber täglich über einen Zeitraum von mehreren Wochen erscheinen immer wieder neue Einzelblüten aus den vielen Knospen der Blütenschöpfe. So ist es auch kein Wunder, dass die Weiter-verbreitung der Taglilien als geschätzte Prachtstauden im Laufe der Menschheitsgeschichte rund um den Globus erfolgte.

Beheimatet sind die Pflanzen aber in Fernost und wurden dort schon vor über 2000 Jahren kultiviert, wie alte Schriftstücke aus China überliefern. In der Mitte des letzten Jahrtausends brachten dann Kaufleute die Taglilien nach Europa, wo sie zum Teil sogar verwilderten und später Einzug in die Bauerngärten fanden. Besonders beliebt sind diese Stauden seit einigen Jahrzehnten in Nordamerika, wo inzwischen
fast jährlich 500 neue Gartensorten, so genannte Hemerocallis-Hybriden, entstehen.
Es gibt deshalb heutzutage kaum eine Staude, die in so vielen Formen und Farben vorhanden ist. Um einen Überblick über das Sortiment zu bewahren, lohnt sich eine Einteilung in drei Gruppen. Als erstes sind die früh blühenden Taglilien mit einer Höhe von einem halben bis zu einem Meter zu nennen, die ab Ende Mai aufblühen. Die größte Gruppe sind die großblumigen Gartenhybriden mit einer Größe von 60 bis 120 Zentimetern, die von Ende Juni bis in den September hinein blühen. Zu einer dritten Gruppe werden die Miniatur-Taglilien gezählt, die einen zierlichen Wuchs haben, 40 bis 70 Zentimeter groß werden, aber auch großblumig sind und ebenfalls eine lange Blütezeit aufweisen.
Außer blau gibt es Taglilien in fast allen Farbschattierungen: von weiß über gelb, orange, rosa, rot, braun, violett bis fast schwarz erstreckt sich das Spektrum, auch einige zwei- und mehrfarbige Hybriden stehen zur Verfügung. Bei der Wahl sollte man sich aber nicht nur vom Farbenreichtum leiten lassen; viele amerikanische Sorten sind dem dortigen warmen, trockenen Klima angepasst und entwickeln in regnerischen, kühlen Sommern bei uns nur wenig von ihrem Reiz.
Für eine naturgemäße Pflanzung bietet sich auch nach wie vor die bei uns verwilderte rotbraun blühende H. fulva an, die sich wuchernd ausbreitet.
Trotz ihrer Schönheit zählen Taglilien zu den anspruchslosesten Prachtstauden. Der Boden kann leicht sauer bis kalkhaltig und trocken bis feucht, sollte aber, falls erforderlich, mit Hilfe von Kompostgaben, nährstoffreich und humos sein. Ein Standort in voller Sonne sorgt für den größten Blütenreichtum, ein Platz im lichten Schatten wird aber auch noch gut vertragen. Beim Einpflanzen ist darauf zu achten, dass die Wurzeln nur gut fingerstark mit Erde bedeckt und nicht zu tief gepflanzt sind.
Am besten entwickeln sich Taglilien, wenn sie ungestört jahrelang an ihrem Platz bleiben. Zum Vermehren gräbt man die Wurzelstöcke am besten nach der Blüte aus, spült die Erde vom Ballen und teilt vorsichtig die Rhizome, ohne die eng zusammensitzenden Triebe zu schädigen.
Taglilien passen im Staudenbeet gut zu Astilben, Ehrenpreis, Eisenhut, Iris, Phlox, Skabiosen, Rittersporn und Trollblumen. Majestätisch wirken die Blüten auch in der Nähe von Wasser oder am Rand von Gehölzen gepflanzt werden.
Neben den Blüten kommen an Einzelstellungen auch die saftig grünen, buschigen Blatthorste zur Geltung, die ihre Farbe bis zum Spätherbst halten. Das vergilbte Grün wird nicht abgeschnitten und bildet mit der Zeit eine dichte Mulchdecke, durch die im Frühjahr unproble-matisch die neuen Triebe stoßen.



 
 
 
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